Technische Maßnahmen zum Brandschutz

Zur Sicherstellung erforderlicher Brandsicherheit und zur Ergänzung von baulichen Brandschutzmaßnahmen stehen die unterschiedlichsten manuellen und automatischen Brandschutzanlagen als auch Brandbekämpfungseinrichtungen zur Verfügung. In Wohngebäuden kommen hier v.a. Rauchmelder, Feuerlöscher und Sprinkleranlagen in Frage.

Bei der Risikobewertung in der Industrie-Feuer- und Feuer-Betriebsunterbrechungs-Versicherung können Brandschutzanlagen von den Feuerversicherern positiv bewertet werden.

Rauchmelder

Die besondere Gefahr bei Wohnungsbränden, von denen rund 70% nachts beginnen, liegt weniger in dem Feuer selbst, als vielmehr in der damit verbundenen Rauchentwicklung. Denn der Geruchssinn ist im Schlaf inaktiv und macht die Betroffenen hilflos.
So können bereits drei Atemzüge ausreichen, um bewusstlos zu werden, da Rauchgase eine narkotisierende Wirkung besitzen.

Rauchmelder können Leben retten, indem sie schon bei einer geringen Verqualmung die Bewohner rechtzeitig durch einen schrillen Alarmton mit mindestens 85 db auf die Gefahr hinweisen. Ein Rauchmelder macht auf einen Brand aufmerksam, wenn dieser noch in seiner Entstehungsphase ist. Der laute Alarm des Rauchmelders warnt auch Schlafende rechtzeitig vor der Brandgefahr und gibt ihnen den nötigen Vorsprung, sich selbst und Angehörige in Sicherheit zu bringen sowie die Feuerwehr zu alarmieren.



So funktioniert ein Rauchmelder

Rauchmelder erkennen Brände und Brandrauch frühzeitig und sicher, es gibt sie in unterschiedlichen Bauarten.

In Privaträumen kommen häufig optische Rauchmelder zum Einsatz. Rauchmelder für Wohnungen arbeiten nach dem Streulichtprinzip. Innerhalb einer Prüfkammer befindet sich eine kleine, sparsame LED. Weiter befindet sich ein lichtempfindlicher Sensor in der Prüfkammer, der allerdings im Normalfall nicht beleuchtet wird.

Wenn Rauch in die Prüfkammer gelangt, werden die Lichtstrahlen von den Rauchpartikeln abgelenkt. Ein ähnlicher Effekt tritt auf, wenn Sie mit dem Auto durch starkem Nebel fahren und das Fernlicht einschalten: Das Licht wird gestreut und es wird „irgendwie überall“ hell.


 

Beim Rauchmelder treffen die abgelenkten Lichtstrahlen nun auch auf den lichtempfindlichen Sensor und lösen den Alarm aus. Rauchmelder können vollkommen eigenständig arbeiten oder – je nach Bauweise – per Draht oder Funk miteinander verknüpft werden. Bei verknüpften Meldern kann ein Alarm zeitgleich über alle Melder ausgeben werden.

 
Die Montage

Die Montage eines Rauchmelders ist nicht schwer. Dennoch sind einige Punkte zu beachten. Damit der Melder richtig funktioniert, beachten Sie stets die Montageanweisungen des Herstellers.

Montieren Sie Ihre Rauchmelder bitte immer an der Zimmerdecke, da der Rauch nach oben steigt (die Melder bitte nicht an abgehängten Balken oder an Zimmerwänden montieren) und am besten in der Raummitte aber mindestens 50 cm von Wänden entfernt.

 



 

Tipps zur Rauchmelder-Montage:

  • immer in waagerechter Position montieren (auch bei Dachschrägen)
  • nicht in der Nähe von Luftschächten montieren
  • nicht in Bereichen montieren, wo häufig starke Zugluft herrscht
  • nicht in der Dachspitze (wenigstens 30 bis 50 cm darunter) montieren
  • nicht in Räumen, in denen normalerweise starker Dampf, Staub oder Rauch entsteht
  • in allen Schlafräumen, Fluren und Treppenhäusern

 

Worauf zu achten ist

Um zuverlässige Sicherheit zu gewährleisten, sollten Rauchmelder folgende Kriterien erfüllen:

  • Rauchwarnmelder gemäß der Anwendungsnorm DIN 14676
  • Zugelassen und geprüft nach Europäischer Produktnorm DIN/EN 14604
  • VdS-Anerkennung
  • Zugelassenes Bauprodukt, gemäß Bauproduktenrichtlinie CE 0086-CPD-517190

  

Service externer Dienstleister

Als Alternative bietet sich für ein Wohnungsunternehmen die komplette Auslagerung an einen Dienstleister an.

Folgender Service-Umfang sollte berücksichtigt werden:

  • Lieferung von zertifizierten Rauchmeldern
  • Fachgerechte Montage nach DIN 14676 inklusive Ankündigung, Dokumentation und Mieterinformation
  • Erhalt der Betriebssicherheit durch periodische Wartung nach DIN 14676 (mit Ankündigung und Dokumentation)
  • Mieterberatungs-Hotline/Eskalationsmanagement
  • 24 Std. Stör- und Notdienst (werktags, sowie an Sonn- und Feiertagen)

 

Quelle: VdS

Feuerlöscher

Die feuerroten Feuerlöscher sind einfach zu bedienen und können bei entstehenden Bränden zum Lebensretter werden. Feuerlöscher sind speziell für den aktiven Löscheinsatz konstruiert. Sie sind handlich und leicht zu bedienen. Das Löschmittel ist gesundheitlich unbedenklich. Feuerlöscher sollten den Anforderungen nach DIN EN 3 entsprechen. Achten Sie darauf, dass sie geprüft und von einer neutralen Stelle anerkannt sind.

Tragbare Feuerlöscher sollten regelmäßig, alle zwei Jahre, durch einen Sachkundigen geprüft werden, um die Funktionsfähigkeit sicherzustellen.


Wo muss der Feuerlöscher hin?

Um Brände in der Entstehungsphase wirkungsvoll zu bekämpfen, sollten Feuerlöscher an Rettungswegen, also in Treppenhäusern und in der Nähe von Ein-/Ausgängen, verfügbar sein. Weitere wichtige Standorte sind Gefahrenschwerpunkte wie Garage, Küche, Hobbyraum und Heizungskeller. In Griffhöhe angebracht, also 80 bis 120 cm hoch, ist der Feuerlöscher am leichtesten zu erreichen.

Tipp: Für Löschgeräte, die im Brandfall zum Einsatz gekommen sind, übernehmen die Versicherer die Kosten für neue Füllungen bzw. Ersatz.


Welche Feuerlöscher gibt es?

Schaumlöscher sind für die Wohnung sehr zu empfehlen. Sie bieten sich hier insbesondere deshalb an, weil das Löschmittel sehr wirksam ist und keine nennenswerten Verschmutzungen verursacht. Der Schaum kann leicht abgewischt werden (ähnlich wie Seifenschaum) und hat daher praktisch keine negativen Auswirkungen auf ihre Einrichtung.

Kohlendioxidlöscher (CO2) ersticken das Feuer. Sie können sinnvoll als Zweit- bzw. Ersatzgerät zum Einsatz kommen. Das Löschmittel ist rückstandsfrei. CO2 dringt aber nicht zu tief sitzenden Glutbränden vor, bei Möbeln, Holz und Papier kann eine Wiederentzündung erfolgen.

Der Pulverlöscher hat eine starke Löschkraft. Nachteilig sind die sehr starken Verschmutzungs- und ggf. Korrosionsfolgen durch die Pulverstaubbelastung.

Quelle: VdS


Prof. Dr. Bogenstätter

Experte für technisches Gebäudemanagement

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Ergänzend stellen wir Ihnen das Formblatt "Sicherheitscheck: Auffälligkeiten" zur Verfügung. Dort kann der IST-Zustand der entsprechenden Gebäude transparent und übersichtlich dokumentiert werden. Es sollte als Basis für ggf. weitere notwendige Präventionsmaßnahmen dienen:

  

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