Einbrecherparadies Deutschland: Höchste Einbruchzahlen seit 10 Jahren

Unter der Schirmherrschaft von Bundesinnenminister Friedrich fand 2012 erstmal der "Tag des Einbruchschutzes" statt. In 2013 ist er für den 27.10.2013 geplant. Lesen Sie ein Interview mit Kriminalrat Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK).

Herr Schmidt, deutschlandweit haben die Einbruchzahlen den höchsten Wert seit zehn Jahren erreicht. Die Gewerkschaft der Polizei spricht vom „Einbrecherparadies Deutschland“. Wo sehen Sie die Ursachen für diesen enormen Anstieg der Tat- wie auch Opferzahlen?

Schmidt: Die Ursachen für den Anstieg der Zahlen liegen unter anderem darin, dass immer mehr gut organisierte ausländische Tätergruppierungen blitzschnell zuschlagen und genauso schnell wieder verschwinden. Und obwohl die Polizei bereits eine Vielzahl von Medien zum Einbruchschutz herausgibt und die Bevölkerung aufklärt, müssen wir leider dennoch feststellen, dass viele Bürgerinnen und Bürger sowie Gewerbetreibende den Einbruchschutz vernachlässigen.

Darüber hinaus lässt sich in den vergangenen Jahren ein Trend zu kleineren Haushalten feststellen: Von 1991 bis 2009 ist die Zahl der Haushalte fast sechsmal so stark angestiegen wie die Zahl der in ihnen lebenden Menschen. Für den Wohnungseinbruchsdiebstahl bedeutet dies, dass mehr Einpersonenhaushalte nicht nur zahlenmäßig zu mehr Tatgelegenheiten führen; die Gelegenheiten sind auch noch günstiger, weil die Wohnungen der Singles im Verhältnis viel länger und regelmäßiger unbeaufsichtigt sind als die von mehreren Personen genutzten Wohnungen.

  
Ein Schwerpunktthema der Polizei lautet in diesem und im nächsten Jahr „Eigentumsdelikte“. Was sind die Gründe hierfür?

Schmidt: In den vergangenen Jahren verzeichnete die Polizeiliche Kriminalstatistik bundesweit einen enormen Anstieg der Fallzahlen beim Wohnungseinbruchdiebstahl. So wurden z. B. 121.347 Fälle im Jahr 2010 registriert, 2009 waren es noch 113.800. Für das Jahr 2011 musste mit 132.595 Fällen ein weiterer Anstieg um rund 9,2 Prozent ausgewiesen werden. Ein Einbruch kann das Sicherheitsgefühl und Wohlbefinden der Betroffenen nachhaltig beeinträchtigen: Nicht nur der materielle Schaden, sondern häufig auch dauerhafte psychische Belastungen vieler Opfer sind die Folgen. Denn die Täter dringen in die Privatsphäre ein, wühlen in den persönlichsten Sachen und stehlen womöglich Gegenstände, an denen Lebenserinnerungen hängen. Die verursachten Schäden umfassen jährlich rund 600 Millionen Euro; viele Bürger und Gewerbetreibende unterschätzen jedoch die Gefahren und vernachlässigen den Einbruchschutz. Auch wenn die Polizeiliche Kriminalprävention bereits eine Vielzahl von Medien wie Broschüren, Faltblätter und Plakate herausgibt, die regelmäßig aktualisiert und nachgedruckt werden, soll die Bevölkerung jetzt noch intensiver für eine wirksame Einbruchsprävention sensibilisiert werden.

 

 

Ein Ergebnis dieser Schwerpunktsetzung ist jetzt der deutschlandweite „Tag des Einbruchschutzes“. Was können sich unsere Leser darunter vorstellen?

Schmidt: Zusammen mit Kooperationspartnern aus der Versicherungswirtschaft, den Industrieverbänden und Errichterfirmen bereitet die Polizeiliche Kriminalprävention derzeit eine nachhaltig angelegte Öffentlichkeitskampagne vor, die das ganze Jahr über laufen soll. Drehund Angelpunkt der Initiative ist die
neue Website www.k-einbruch.de mit produktneutralen Informationen der Polizei zum Thema Einbruchschutz.

Teil der Kampagne ist auch der neu ins Leben gerufene „Tag des Einbruchschutzes“, der jeweils auf den
Tag der Winterzeitumstellung (dieses Jahr am 27. Oktober) gelegt wird und der zu einer festen Größe im jährlichen Veranstaltungskalender – auch bei der Polizei – werden soll. Die Polizei und die  Kooperationspartner planen bereits eine Vielzahl an Aktionen, die deutschlandweit in der Woche vor dem Tag des Einbruchschutzes stattfinden werden und bei denen die Bevölkerung über sinnvolle Maßnahmen zum Einbruchschutz aufgeklärt werden soll. Als Schirmherr konnte der Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich gewonnen werden.

   

Was sind die Ziele der Kampagne, was wollen Sie erreichen und wie soll das gelingen?

Schmidt: Unser Ziel ist, möglichst die breite Bevölkerung zu erreichen und sie für eine eigenverantwortliche Einbruchsvorsorge zu sensibilisieren, um damit letztendlich einen Rückgang der Einbruchkriminalität zu bewirken. Entwickelt wurde deshalb eine breit angelegte Öffentlichkeitskampagne mit Logo und weiteren Medien.

   

Wo erhalten Interessierte weitere Informationen, was kann unsere Fachleserschaft tun, um bei dieser großen Kampagne mitzumachen?

Schmidt: Informationen zur Kampagne erhalten Sie in erster Linie über die Website www.k-einbruch.de,
die über alle wichtigen Themen zum Einbruchschutz informiert. Wer sich mit lokalen Aktionen an der Kampagne beteiligen möchte, wendet sich am besten an seine (Kriminal-)Polizeiliche Beratungsstelle
und stimmt sich mit den Kollegen unmittelbar ab. Für landesweite Aktivitäten ist das jeweilige Landeskriminalamt der richtige Ansprechpartner.

  

Herr Schmidt, wir danken sehr herzlich für das äußerst informative Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin gutes Gelingen und viel Erfolg bei der Initiative K-Einbruch.

 

Quelle: VdS Schadenverhütung

Bilder: www.k-einbruch.de

 

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