Das sichere Haus

Mehr als ein Drittel aller Wohnungseinbrüche wird tagsüber begangen. Die meisten Wohnungseinbrüche ereignen sich in Großstädten und dort bevorzugt bei Geschosswohnungen. Deshalb weist die Kriminalpolizei immer wieder darauf hin, dass Vermieter und Mieter geprüfte und technisch ausgereifte sicherungstechnische Maßnahmen gegen Einbruch installieren. Örtliche Beratungsstellen dazu sind in größeren Gemeinden bei der Polizei zu finden.


Wirksamer Einbruchschutz beginnt bei einfachen Verhaltensmaßnahmen. So empfiehlt es sich bereits bei Mehrfamilienhäusern die Wohnungsinhaber aufzufordern, nicht unbeobachtet Haustüren zu öffnen oder diese offen stehen zu lassen, nachts die Haustür abzuschließen und auf unbekannte Personen zu achten. Zudem sollten Fenster und Balkontüren, unabhängig von der Etage, immer geschlossen werden, wenn noimand in der Wohnung ist.

     
Mechanische Sicherungsmaßnahmen

Jeder verantwortungsbewußte Haus- oder Wohnungseigentümer, Vermieter oder Immobilienverwalter sollte einen Fachmann mit der Planung mechansicher Sicherungen beauftragen. Die fachgerechte Planung und der folgende Einbau bilden die wesentlichen Voraussetzungen für einen wirksamen Einbruchschutz. Elektronische Sicherungen, wie beispielsweise Einbruchmeldeanlagen, verhindern nicht den Einbruch, sondern melden nur den Einbruchversuch. Im Gegensatz zu Holland ist in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gesetzlich noch nicht vorgeschrieben.

Bereits der einfache Türspion zählt zu den mechanischen Sicherungen. Einbruchhemmende Fensterbeschläge, die jeder Fensterhersteller heute anbietet, sichern mit entsprechenden Schließteilen einen Aushebelschutz. Bei geprüften einbruchhemmenden Rollladensystemen werden die Widerstandsklassen ER1 (kaum einbruchhemmend) bis ER6 (hohe Einbruchhemmung) vergeben. Bei der Verglasung ist die angriffhemmende Verglasung eine spezielle Art des Verbundglases, die gesetzlichen Mindestanforderungen entspricht.

Fenstergitte kann man ebenfalls als Sicherung nutzen, sie müssen allerdings in der Außenwand entsprechend einbruchsicher verankert werden.

Spezielle Türschlösser, aufbohrsicher konstruiert in Kombination mit speziell ausgebildeten Schließzylindern mindern die Einbruchgefahr. Hinterhaken verhindern, dass eine Tür an der Bänderseite mit Gewalt aufgedrückt oder aus den Angeln (Türbänder) gehoben werden kann – es handelt sich um eine sogenannte Aushebesicherung. Keller- und Lichtschächte oder Lichtkuppeln auf dem Dach sind beliebte Einstiegestellen für Einbrecher. Dafür bietet die Indsutrie spezielle Sicherheitslösungen.

  
Elektronische Sicherungen

Elektronische Sicherungen werden genutzt, um Gefahren zu erkennen oder zu melden (Überfall, Einbruch, Vandalismus) oder bestimmte Gebäudebereiche zu beobachten. Solche Anlagen verhindern zwar nicht unmittelbar einen Einbruch, doch durch ihre Meldefunktion wird das Risiko für Einbrecher, bei Angriff entdeckt zu werden, erhöht und damit eine vorbeugende, abschreckende Wirkung erzielt.

 
Die Kriminalkpolizei meint, das sich potenzielle Täter abschrecken lassen, wenn sie eine Einbruchmeldeanlage (EMA) oder eine Überfallmeldeanlage (ÜMA) erkennen. Mit solchen Anlagen kann der Objektschutz, ein Wachdienst oder direkt die Polizei alarmiert werden. Allerdings lassen sich bei solchen Anlagen Fehlalarme nicht vermeiden. Hingegen dienen Videoüberwachungsanlagen der Beobachtung mit optisch-elektronischen Einrichtungen. In Gesetzen ist festgelegt, wer Videoüberwachung und in welchem Umfang einsetzen darf.
 

Die Kombination aus mechanischen und elektronischen Sicherungen optimiert den Einbruchschutz. Doch kann man noch andere Maßnahmen ergreifen. Eine Zutrittskontrolle ist zwar im Einzelfall ratsam, für den normalen Wohnungsbau aber ungeeignet. Dagegen ist eine richtig plazierte und mittels Bewegungsmelder steuerbare Außenbeleuchtung hilfreich. Denn Einbrecher meiden gut ausgeleuchtete Geländebereiche auf Grundstücken.

Im Siedlungsbau sollten alle Zuwege und Hauseingänge hell ausgeleuchtet sein, in Kombination mit Bewegungsmeldern läßt sich der Stromverbrauch eingrenzen. Beliebt sind auch Türsprechanlagen mit oder ohne Kameraüberwachung. Die Realität zeigt, dass solche Anlagen von vielen Wohnungsinhabern falsch genutzt werden, indem sie auf das Läuten ohne Rückfrage den Türöffner betätigen. Damit gelangen Täter ohne Aufsehen direkt ins Gebäude.

 

  
Normen und Richtlinien

Es gibt nationale und europäische Normen zur Einbruchshemmung. Sie regeln Anforderungen, Prüfverfahren und Klassifizierungen zu Widerstandsfähigkeit.

  
Fenster, Türen

In der europäischen DIN V ENV 1627 für Türen, Fenstertüren und Fenster werden Widerstandsklassen (WK 1 – 6), Widerstandszeiten, Tätertypen und Vorgehensweise (Modus operandi) definiert. Ein guter Einbruchschutz im Wohnungsbau sollte mindestens der Widerstandsklasse 2 (WK 2) entsprechen. Dabei ist sicher gestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion (Rahmen, Beschlag, Verglasung bzw. Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag) wenig Schwachpunkte gibt.

 
Weitere Richtlinien, die von Fachbetrieben bei der Montage von Sicherheitsprodukten beachtet werden sollen, geben folgende Zertifizierungs- bzw. Normenorganisationen heraus:

  

  • Verband der Sachversicherer VdS
  • Bundesverband der Hersteller- und Einrichterfirmen von Sicherheitssystemen BHE
  • Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI
  • Bundesverband Sicherungstechnik Deutschland e.V.
  • Deutsches Institut für Normung e.V. DIN
  • Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik VDE
  • Informationsbroschüre der Kriminalpolizei (örtliche Dienststellen)

   

Fazit

Den absoluten Einbruchschutz gibt es nicht. Neben der Beachtung der technischen Regeln ist noch immer die Aufmerksamkeit der Wohnungsinhaber der beste Schutz. Besonders in großen Wohnanlagen und Wohnungssiedlungen sollten Immobilienbesitzer und Vermieter ihre Mieter regelmäßig auf vorbeugendes Verhalten hinweisen. Empfehlenswert ist auch, für solche Veranstaltungen die örtliche Kriminalpolizei einzuschalten, die mit geschultem Personal Aufklärung betreibt.


Hans Jürgen Krolkiewicz

Quelle: wohnungswirtschaft-heute Technik, Juli 2012

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