Fenster

Polizeistatistiken belegen, dass etwa die Hälfte der Einbrüche in Mehrfamilienhäusern über Fenster und Terrassen- oder Balkontüren (Fenstertüren) erfolgen. Einbrecher nutzen Steighilfen, wie Garagen, Mülltonnen, Gartenmöbel, Leitern usw., um in Obergeschosse einzudringen.

Bevorzugte Täterarbeitsweisen bei Einbrüchen durch Fenster sind Aufhebeln der Fensterflügel mit Werkzeugen und Einsteigen durch gekippte Fenster.



Bitte beachten Sie:

   

  • Abschließbare Fenstergriffe bieten bei Standardbeschlägen gegen das Aufhebeln des Fensterflügels mit Werkzeugen keinen Schutz.
  • Offene oder gekippte Fenster und Balkon- oder Terrassentüren ziehen Einbrecher geradezu an. Vielfach halten Einbrecher nach offenen oder gekippten Fenster Ausschau.
  • Mehrfachverglasungen, die der Wärmedämmung dienen, haben keine Auswirkung auf die mechanische Sicherheit des Fensters. Für einen Täter ist es unerheblich, ob er ein einfach oder ein mehrfach verglastes Fenster aufbricht. Auch eine erhöhte Geräuschentwicklung beim Einschlagen eines mehrfach verglasten Fensters ist nicht gegeben. Hinweis: Zwischen den Scheiben befindet sich kein Vakuum, daher kommt es beim Glasbruch auch nicht zu einem Implosionsknall.
  • Ebenfalls ohne Auswirkungen auf den Einbruchschutz sind Verglasungen mit Drahteinlage oder sog. Sicherheitsglas – bei diesem handelt es sich ausschließlich um eine Verglasung für den Personenschutz. Diese verhindert lediglich, dass das Glas bei der Zerstörung in Bruchstücke mit verletzungsträchtigen Kanten zerfällt.
  • Der Durchstieg durch eingeschlagene Fensterscheiben wird von Einbrechern selten praktiziert. Die Lärmentwicklung, das Verletzungsrisiko und auch das Entdeckungsrisiko sind hoch.
  • Gegen das Aufhebeln, Einschlagen und Entriegeln von Fenstern werden viele wirksame Sicherungsprodukte, auch zur Nachrüstung, angeboten. Diese unterscheiden sich in der Art ihrer Anbringung, Funktionsweise und nicht zuletzt in der Stabilität. Je nach Ausführung können Sicherungsprodukte sowohl sichtbar als auch verdeckt montiert werden.

  

Quelle: VdS

Fensterbeschläge

Die in den Fensterflügeln und Fensterrahmen integrierten Verschlüsse
(Beschlag /Bänder) sind häufig viel zu schwach ausgeführt. Typische Schwachstellen bei Standardbeschlägen sind:
 

  • Das Material, aus dem die Beschläge gefertigt werden, ist ungeeignet (z.B. bruchgefährdeter Zinkdruckguss).
  • Der Einschluss (das Maß, wie weit der Riegel im verriegelten Zustand vom Schließblech überdeckt wird) einfacher Zapfen, z.B. Rollzapfen ist zu gering. Sie können in Sekundenschnelle aus dem Schließblech herausgedrückt werden. Dabei entsteht kein Lärm.
  • Einfache Rollzapfen dienen hauptsächlich dazu, Fensterflügel und -rahmen ausreichend dicht geschlossenen zu halten (Wind- und Regendichtigkeit). Eine Einbruchhemmung ist nicht gegeben. Fensterbeschläge mit Pilzkopfzapfen sind aus sicherungstechnischer Sicht zu bevorzugen, weil sich die Zapfen aufgrund ihrer T-Form mit dem Gegenstück „verkrallen“. Zur Sicherung des Fensters können vom Fachmann in vielen Fällen Beschläge mit Pilzkopfzapfen auch nachträglich eingebaut

 

 

 

Quelle: VdS  

Zusatzsicherungen

Die Einbruchsicherheit von Fenstern mit Standardbeschlägen kann durch die Nachrüstung von Zusatzsicherungen erhöht werden. Hierzu werden Nachrüstprodukte für unterschiedliche Anwendungen angeboten. Zusätzliche Verriegelungen haben die Aufgabe, den Flügel in geschlossener Position zu fixieren und das Fenster auch bei Einbruchversuchen sicher geschlossen zu halten. Einen guten Einbruchschutz bieten Nachrüstprodukte, wenn sie:

  

  • geprüft und VdS-anerkannt sind
  • in ausreichender Anzahl vorhanden sind (bei Fenstern genügen oft zwei Nachrüstprodukte je Fenster)
  • und fachgerecht eingebaut werden.

   
Dabei muss die Bandseite – da die Bänder (Scharniere) von Standardfenstern keine genügende Einbruchsicherheit bieten – ebenso wie die Griffseite gesichert werden. Der Markt bietet Produkte an, die mit einem Schlüssel oder aber auch über einen praktischen Drehknauf ver- bzw. entriegelt werden können.

 
  

 

Es gibt weiterhin Zusatzschlösser, die sich völlig selbsttätig beim Schließen des Fensters oder der Tür verriegeln. Diese sollten nicht bei Balkon- und Terrassentüren eingesetzt werden, da dann die Gefahr besteht, sich versehentlich auszusperren. Für Fenster mit mehreren Flügeln werden spezielle Produkte angeboten. Auch zur Sicherung der Bandseiten von Fenstern und Terrassentüren können spezielle Produkte, auch automatisch verriegelnde, eingesetzt werden.

   

Quelle: VdS


Teleskopstangen

Wenn die Montage von üblichen, anerkannten Nachrüstprodukten nicht möglich ist, können im Einzelfall auch Teleskopstangen zum Einsatz kommen. Sie haben den Vorteil, dass sie das Fenster an Band- und Griffseite zugleich sichern. Fenstergriffe können auch gegen spezielle Nachrüstprodukte ausgetauscht werden. Diese gewährleisten neben den normalen Funktionen des Griffes auch die zusätzliche Verriegelung des Fensters. Als Stangenschlösser ausgeführte Fenstergriffe verriegeln das Fenster im oberen und unteren Bereich.

 



Wichtig: Auch mit Stangenschlössern gesicherte Fenster bieten im gekippten Zustand keinen definierten Einbruchschutz. Der Einbruch durch ein gekipptes Fenster wird so nur geringfügig verzögert, verursacht jedoch mehr Geräusche als bei einem Fenster ohne Zusatzsicherung und kann so die Aufmerksamkeit Dritter erregen. Unter dem Gesichtspunkt der Einbruchhemmung – und damit auch für Versicherer – ist ein gekipptes Fenster immer als offenes Fenster zu betrachten.

Zur Sicherung von Schiebetüren können – je nach Konstruktion – spezielle Kastenschlösser montiert werden. Wenn dies nicht machbar ist, kann eine Absicherung unter Umständen mit einer Vorlegestange erfolgen, die verhindert, dass der Türflügel seitlich verschoben werden kann.

 

Quelle: VdS

Einbruchhemmende Fenster

Ein Fenster ist eine komplexe Einheit. Erst das Zusammenspiel der eingesetzten Materialien, der Güte von Beschlag, Rahmen und Glas ermöglicht es, dem Täter erheblichen Widerstand entgegenzusetzen. Daher werden einbruchhemmende Fenster auch nur als Einheit geprüft und zertifiziert. Auch wenn schon mal gegenteiliges angeboten wird: Es gibt bspw. keinen WK2-Beschlag, der aus einem einfachen Fenster ein WK2-Fenster macht. Ein einbruchhemmendes Fenster beinhaltet immer auch eine hochwertige Verglasung, die mindestens durchwurfhemmend ist.

Einbruchhemmende Fenster (und Türen) sind zudem vielfach für den Einbau von Einbruchmeldetechnik, wie Öffnungs- und Verschlusskontakten, Glasbruchmeldern oder Alarmglas vorgerüstet, oder diese Technik ist bereits enthalten.

Wann immer Fenster erneuert werden oder wenn Sie neu bauen, sollten Sie darüber nachdenken, einbruchhemmende Ausführungen einzusetzen. Die Sicherheitsmerkmale einbruchhemmender Türen sind äußerlich nicht erkennbar. Es gibt unterschiedliche Widerstandsklassen. Im normalen, privaten Umfeld sind Sie mit Fenstern der Widerstandsklasse WK2 (DIN-Klassifizierung) bzw. VdS-Klasse N auf der sicheren Seite. 

   

Klassifizierungen vergleichen

Sollten Sie die Anschaffung einbruchhemmender Fenster planen, kann Ihnen die folgende Übersicht helfen, die verschiedenen Klassifizierungen zu vergleichen. Bei der Auflistung gilt, dass die Anforderungen an die genannten Elemente von oben nach unten zunehmen.

 

Quelle: VdS

Gitter

Gitter können das Eindringen von Einbrechern wirksam verhindern und haben einen guten Abschreckungswert. Insbesondere im Keller- und Sanitärbereich ist der Einsatz von Gittern sinnvoll. Gitter können entweder in geprüfter und anerkannter Ausführung zur Anwendung kommen oder ein Fachmann erstellt eine individuelle Lösung. Im letztgenannten Fall ist darauf zu achten, dass der Abstand der Gitterstäbe so gewählt wird, dass die Öffnungen im Gitter nicht größer als 10 x 25 cm sind.

Gitter können unter anderem:

  • auf die Außenwand gesetzt,
  • in die Laibung eingesetzt oder,
  • direkt am Fenster- oder Türelement befestigt werden.

  
Bei Gittern ohne VdS-Anerkennung sollten runde Gitterstäbe einen Mindestdurchmesser von 18 mm und Vierkant-Gitterstäbe einen Querschnitt von 16 x 16 mm aufweisen, um eine ausreichende Sägefestigkeit zu erreichen.

Gitterstäbe von geprüften und anerkannten Gittern können mit geringeren Querschnitten ausgeführt sein, wenn sie einen speziellen Schutz gegen Angriffe mit Metallsägen aufweisen. Solche Gitter bestehen zumeist aus mehreren ineinander gesteckten Gitterstäben. Drehbar gelagerte Innenstäbe drehen sich bei einem Sägeversuch mit; Kernstäbe aus besonders widerstandsfähigen Materialien (z.B. Manganstahl) zerstören die Zahnung der Säge im Verlauf des Sägeversuchs.

Die Arbeit des Täters wird somit erheblich erschwert. Neben verschweißten Gittern werden auch VdS-anerkannte Produkte angeboten, bei denen ein Gitter aus Einzelelementen durch Steck- und Schraubverbindungen zusammengesetzt und so passend zu den Abmaßen des zu sichernden Fensters montiert werden kann.

 

Quelle: VdS

Kellerfenster

Typische Schwachpunkte bei Kellerfenstern sind:

  • Stahllochblenden (Mäusegitter) mit geringer Materialstärke,
  • angreifbare, mangelhafte Verschlüsse oder
  • unzureichende Befestigung im Mauerwerk.


Kellerfenster müssen gleichwertig wie alle leicht erreichbaren Fenster gesichert werden. Stahllochblenden, die nicht geöffnet werden müssen, lassen sich mit Flachstahlabschnitten, die am Sturz oder der Fensterlaibung verdübelt sind, zusätzlich stützen. Kellerfenster, die über Lichtschächte erreichbar sind, können entweder selbst gesichert werden oder indem die Zugänglichkeit des Lichtschachtes erschwert wird. 

 

Eine Abdeckung mit stahlarmierten Glasbausteinen ist begehbar. Sie verfügt über Lüftungsöffnungen und ist im geschlossenen Zustand wind- und regendicht sowie wärmedämmend. Die Abdeckung wird innerhalb des Schachtes gegen Ausheben gesichert. Weiterhin ist der Einbau einer Notausstiegsöffnung möglich.

 



Wenn Lichtschächte mit herkömmlichen Gitterrosten abgedeckt sind, muss beachtet werden, dass die Gitterroste stabil, engmaschig und gegen Abheben gesichert sind.

Die Verankerung der Abhebesicherung muss immer im Beton bzw. im Mauerwerk erfolgen. In der Wandung eines Kunststofflichtschachtes ist keine stabile Befestigung möglich; sie muss in diesem Fall im Mauerwerk der Hauswand vorgenommen werden. Insbesondere bei geteilten Gitterrosten ist bei der Anbringung der Abhebesicherung darauf zu achten, dass die leicht angreifbaren Eckbereiche der Roste geschützt werden.

Besonders geeignet für die Sicherung von Lichtschächten sind Rollstabgitter. Innerhalb der Gitterstäbe – die an den Enden mit dem Rahmen verschweißt werden, um die Widerstandsfähigkeit gegen Durchbiegen zu erhöhen – befindet sich ein zweiter, drehbar gelagerter Stab. Beim Sägeversuch dreht sich der innere Stab mit und erschwert somit das Durchtrennen des Gitterstabes.

Quelle: VdS

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